Aktuelles aus unserer Arbeit

25.05.2020

                                                              

 Freiwilliges Engagement auch in Zeiten von Corona

Normalerweise ist das SOFA, der soziale Ort für Alle in der Grünberger Altstadt mit Leben gefüllt. Sechs unterschiedliche Angebote werden wöchentlich von vielen Menschen besucht, sei es das Strickcafé, die Angebote für Geflüchtete, „Essen ist fertig!“ oder die „Offene Tür“. Über 50 Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich, so die Leiterin der Begegnungsstätte SOFA Beate Herdejost von der Diakonie.

Doch Mitte März musste die Begegnungsstätte wie so viele andere Einrichtungen vorerst schließen. Alle Projekte pausieren seitdem. Engagement in der gewohnten Form war leider nicht möglich.

Eine Woche später kam dann die Anfrage einer Behindertenarbeit, ob man helfen könne. Hier wurden ganz dringend 100 selbstgenähte Mund- und Nasenmasken gebraucht. Bestehende Kontakte zu nähkundigen Ehrenamtlichen wurden genutzt und vier weitere Frauen konnten für dieses spontane Projekt gewonnen werden, sodass nach Materialbeschaffung und Probenähen mit der „Produktion“ begonnen werden konnte. In Zeiten vor Corona hätte Beate Herdejost im SOFA gemeinsame Kreativtage organisiert, die immer sehr beliebt sind, denn gemeinsam macht das Arbeiten besonders viel Freude. Das ging nun leider nicht. Über WhatsApp organisiert sich die Gruppe von 11 Frauen nun schon seit der letzten Märzwoche. Es wurden Probemodelle von Masken genäht, Passformen getestet, Probleme diskutiert und Nähkniffe weitergegeben. Unendliche Mengen von Stoff sind seitdem gewaschen, gebügelt und verarbeitet worden. Für drei unterschiedliche Modelle von Masken entschieden sich die SOFA-Nähfrauen. Es gibt sie mit Falten, als Haube und in Origamitechnik. Auch professionelle Nasenbügel finden ihren Einsatz.

Michaela, Birgit, Herma, Ingrid, Kriemhild, Christa, Wilma, Hannelore, Undine und Viola nähten gemeinsam mit Beate Herdejost inzwischen sicher schon um die 700 Masken. Die Nähmaschinen liefen zeitweise heiß und manche Maschinennadel musste ersetzt werden, denn der Bedarf an Alltagsmasken war groß.

In den ersten Wochen konnte man die SOFA-Masken im Weltladen gegen Spende bekommen. Nachdem der Ansturm dort zu groß wurde, verlegte man die Maskenaktion in die Begegnungsstätte SOFA. Hier kann man nun an bestimmten zuvor veröffentlichten Terminen schöne und hochwertige Masken für Erwachsene und für Kinder aussuchen. Die Spenden aus der Aktion fließen in die SOFA-Arbeit und kommen dort wieder den Menschen vor Ort zu gute.

Selbstverständlich gehören auch kleine Zeichen der Anerkennung für das bemerkenswerte Engagement dazu, wie eine kleine Süßigkeit als Nervennahrung, geliefert an jede Näherin mit dem Materialpaket, oder eine Blume. Am meisten aber freuen sich die SOFA-Nähfrauen auf das gemeinsame Danke-Essen, das geplant ist, wenn man sich wieder unkompliziert treffen kann. Dann können sich die Frauen, die sich teilweise nur über die WhatsApp-Gruppe „kennen“ endlich mal richtig sehen, austauschen und kennenlernen. Nur Beate Herdejost kennt jede einzelne ihrer Mitstreiterinnen und freut sich, dass es trotz der erschwerten Bedingungen mit „Nähhotline und Materialbelieferung“ gelungen ist, ein verbindendes Engagement für eine ganze Gruppe zu organisieren und umzusetzen. Alle waren begeistert dabei. Und wenn es gilt Nachschub zu nähen, setzen sich einzelne Frauen immer wieder an die Nähmaschine, weil sie Freude am Nähen haben und einen wichtigen und sinnvollen Beitrag für den aktuellen Bedarf leisten können. Wenn Engagement in den letzten Wochen nicht oder noch nicht wie gewohnt im SOFA, in der Tafel, in der Schule oder an anderer Stelle möglich war, so doch an der heimischen Nähmaschine. Auch hier gilt: MITMACHEN BRINGT ALLE WEITER!

Viele Ehrenamtliche und auch Besucher sehnen die Zeit herbei, an denen das SOFA endlich wieder seine Türen für das soziale Miteinander öffnen kann.

Beate Herdejost
25.5.2020

 

 

 

 

08.05.2020

Schülerinnen und Schüler haben durch die Corona-Problematik einen höheren Bedarf an Zuspruch, Beratung und Hilfe, stellen die dreizehn Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen des Diakonischen Werks, die an siebzehn Schulen (dreizehn Grundschulen und vier weiterführenden Schulen) im Landkreis Gießen im Rahmen der Sozialarbeit an Schule eingesetzt sind, übereinstimmend fest. Zwar fallen in dieser Zeit die bewährten Gruppenangebote weg, aber sowohl in den Schulen als auch im Kontakt mit den Kindern, die zuhause sind, sind die Sozialarbeiter*innen gefordert.

In den Schulen werden einige Kinder auch in der Corona-Zeit betreut. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen hier die Lehrkräfte im Rahmen der Notbetreuung und der kreativen Pause. Im Einzelgespräch findet Beratung statt, außerdem werden Projekte für kleine Gruppen angeboten. Eine besondere Herausforderung besteht in der Beschulung der Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen, unabhängig davon, ob sie in der Schule oder zuhause betreut werden. Für sie steht im Sommer der Wechsel auf die weiterführende Schule an – darauf müssen sie nun vorbereitet werden.

Der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern, die zuhause sind, und deren Eltern wird durch die Kolleginnen und Kollegen konsequent gehalten. Dabei spielt die telefonische Beratung eine zentrale Rolle. Den Kindern werden auf diesem Weg Tipps zum Lernverhalten und zur Freizeitgestaltung gegeben. Hierfür haben die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beispielsweise ein „Anti-Langeweile-Paket“ gepackt, in dem sich Rätsel, Bastelanregungen, Filmtipps und vieles mehr wiederfinden, womit die Kinder ihre Freizeit sinnvoll gestalten können. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, ihnen zuzuhören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Sie haben einiges zu erzählen und zu verarbeiten“ berichtet eine Kollegin.

Im Kontakt mit den Eltern geht es vor allem um die Themen Schule und Erziehung. Für sie ist es eine neue Aufgabe, die Kinder bei der Erfüllung der schulischen Aufgaben zu begleiten. „Die Familien freuen sich darüber, wenn sie kontaktiert werden. Die Eltern nehmen das Beratungsangebot gerne in Anspruch, aber auch die Kinder vermissen die Schule – besonders die Freundinnen und Freunde.“

Um den Schülerinnen und Schülern ein wenig Regelmäßigkeit in ihrem Alltag zu geben, hat sich eine Kollegin etwas Besonderes ausgedacht: Sie sendet an jedem Werktag um 9 Uhr morgens ein Video mit Geschichten, Übungen und Meditationen über den von ihr erstellten YouTube-Kanal „Sonnenyogi“. „Mit diesen Videos möchte ich den Kindern ein kleines Ritual schenken, morgens mit guter Laune und positiver Energie in den Tag zu starten.“

Über den folgenden Link kann man das erste dieser Videos anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=tf28kAynlH4

Bei all diesem Engagement, dass die Mitarbeiter*innen zeigen, um den Kindern und Eltern in dieser besonderen Zeit Unterstützung zu geben, haben sie auch die Zukunft im Blick. Um gut darauf vorbereitet zu sein, wie es „mit Corona“ oder auch „nach Corona“ weitergehen kann, sind sie im ständigen Austausch mit Lehrkräften und anderen Schulsozialarbeiter*innen, entwickeln Konzepte, erstellen Projektanträge, bereiten konkrete Angebote vor etc. An der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar bereiten die Sozialarbeiter*innen beispielsweise den Schulgarten vor, der anschließend gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern bewirtschaftet werden soll.  Auch in diesem Fall gilt: die Anforderungen werden nicht weniger, sondern eher mehr…

Annke Rinn
Dipl. Päd.
Diakonisches Werk Gießen

 

 

 

07.05.2020

Alles Schlechte hat auch was Gutes….

Mitte März war die Entscheidung gefallen: es sollte bis auf weiteres keine oder nur stark eingeschränkte Zielgruppenarbeit in den verschiedenen Einrichtungen des Diakonischen Werks geben. Die Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendarbeit – von Jugendtreff Holzpalast in der Weststadt, Jugendtreff Spenerweg (JuTS4), Jugendhaus Wieseck, Jugendtreff Lollar sowie dem Gemeinschaftszentrum Wilhelm-Liebknecht-Haus im Leimenkauter Weg – sahen in dieser Vorgabe vor allem auch eine Chance! Ab sofort konnten sie sich Aufgaben widmen, die schon lange auf der Erledigungsliste standen, wofür im normalen Alltag aber keine Zeit ist. – Schon lange hatten viele Aspekte die Arbeit belastet. Materialien und Werkzeug waren in verschiedenen Räumen verteilt, was die gezielte Suche erschwerte, Bastelvorlagen waren unvollständig oder veraltet, Wände und Sockelleisten waren durch Fußabdrücke der Kinder „verziert“ und die Farbgestaltung der Wände konnte eine Auffrischung vertragen. Mit kollektiver Energie widmeten sich die Kolleginnen und Kollegen dem Aussortieren von Material, verschiedenen Reinigungsaufgaben und vor allem Renovierungsarbeiten.

Nach sieben Wochen intensiven Schaffens sind nun die Bastel- und Lernmaterialien sortiert und nachvollziehbar verstaut, Spielgeräte desinfiziert und sortiert, Werkstätten und Materialräume mit neuen Regalen versehen und übersichtlich gestaltet, alle Räume und Möbel gründlich gereinigt, Kabelkanäle gelegt, Wände, Sockelleisten und verschiedene Möbel neu gestrichen und Fenster dekoriert. Im Außengelände wurde gekehrt, gereinigt und gestrichen. Die Einrichtungen erscheinen wie neu. Und für die Mitarbeiter*innen – Hauptamtliche wie geringfügig Beschäftigte – hatte diese Aktion eine ganz besondere Bedeutung. Die gemeinschaftliche Leistung förderte nicht nur die Identifikation mit der Einrichtung, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl in den Teams – sicherlich ein Aspekt, der sich perspektivisch auch positiv auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen auswirkt.

Im Wilhelm-Liebknecht-Haus sparten sich die Kolleginnen und Kollegen als letzte Aktion ein echtes Highlight auf: Die Klettergriffe an der hauseigenen Kletterwand wurden fast vollständig entfernt, Wand und Griffe gereinigt und neue Kletterrouten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gestaltet. Damit gewinnt die Wand, die seit zehn Jahren in dieser Form besteht, erneut an Attraktivität – „Wir sind sehr gespannt, wie die Kids darauf reagieren!“ betonen die Mitarbeiter*innen.

Annke Rinn
Dipl. Päd.
Diakonisches Werk Gießen
Gemeinwesenarbeit Gießen-West
Quartiersmanagement

 

 

 

06.05.2020

Infoflyer Quartiersmanagement

„Ich weiß, Corona ist ein großer Mist – aber für mich ist es sehr gut!“

Mit diesen Worten drückte eine Bewohnerin der Gießener Weststadt ihre Dankbarkeit aus für den vom Quartiersmanagement ins Leben gerufenen Einkaufsservice im Stadtteil. Mit diesem Einkaufsservice reagierten die beiden Quartiersmanager*innen Annke Rinn und Christoph Balasch auf die neuen Rahmenbedingungen, die durch die Corona-Pandemie gegeben waren.

Eigentlich waren ganz andere Aufgaben geplant für das Frühjahr 2020. Der erste „Frühjahrsputz“, eine Müllsammelaktion, konnte am 14. März noch durchgeführt werden – alle anderen Pläne mussten vertagt werden. Die geplante Ortsbegehung mit den Bewohner-Arbeitsgruppen und dem Gartenamt der Stadt, bei dem die Gestaltung der Grünfläche geplant werden sollte, die Sitzung des Stadtteilrats sowie die Fortsetzung der Planung einer Parcoursanlage konnten genauso wenig umgesetzt werden wie die verschiedenen regelmäßigen Gruppenangebote für Eltern und Kinder. Stattdessen entwickelten die Quartiersmanager ein Konzept für einen Einkaufsservice, von dem vor allem Angehörige von Risikogruppen profitieren sollten. An allen Werktagen in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr können die Kunden telefonisch ihren Einkaufsauftrag übermitteln, der noch am selben Tag von haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen erledigt wird. Dabei wird darauf geachtet, dass die Übergabe von Geld und Einkäufen jeweils kontaktlos funktioniert, so dass ein hohes Maß an Infektionsschutz gewährleistet ist. Die Information möglicher Kund*innen für dieses neue Angebot erfolgte über die lokale Presse und das Onlineportal „Gießen hilft“ (https://www.giessen.de/giessenhilft)  sowie vor allem über Aushänge und Informationsflyer, die in alle Haushalte gegeben wurden. Beim Verteilen dieser Materialien nutzten die Quartiersmanager die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Informationen. Dabei konnten sie feststellen, dass in vielen Fällen bereits gute Netzwerke bestehen, die über familiäre oder Nachbarschaftshilfe eine Versorgung sicherstellen. Dennoch nutzen einige Menschen dieses Angebot gerne und regelmäßig. Für sie kann dadurch der Alltag mit Corona erleichtert werden.

Annke Rinn
Dipl. Päd.
Diakonisches Werk Gießen
Gemeinwesenarbeit Gießen-West
Quartiersmanagement

 

 

 

30.04.2020

 Auf jetzt!“ – Eintracht Frankfurt zu Besuch in unserer Wohnungsnotfallhilfe

Im Rahmen des von Eintracht Frankfurt aufgelegten Projektes „Auf jetzt!“, das sich an benachteiligte Menschen wendet, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, besuchten der Fußballweltmeister von 1990 Uwe Bein und Vorstandsmitglied Axel Hellmann am 30. April 2020 unseren Arbeitsbereich Wohnungsnotfallhilfe. Nach einem kurzen Empfang, der unter Einhaltung aller Corona-Abstandsregeln in der Südanlage 21 stattfand und an dem auch Diakonie Hessen-Vorstand Wilfried Knapp, Bernd Kreh vom Bereich Fundraising und Stefan Gillich als zuständigem Referenten aus Frankfurt teilnahmen, wanderte die kleine Delegation in Begleitung von Tanja Heller und Konstantin Potthoff von der Aufsuchenden Straßensozialarbeit in die Innenstadt. Dort ging es Bein und Hellmann vor allem um das direkte Gespräch mit Menschen, die auf der Straße leben und die Auswirkungen der Corona-Krise auf deren Lebenswelten. Dafür nahmen sich die beiden viel Zeit und verteilten dabei den ein oder anderen Fan-Schal an die zahlreich vertretenen Eintracht-Fans unter den Wohnungslosen. Den Abschluss bildete der gemeinsame Besuch des Tagesaufenthaltes der „Brücke“, bei dem sich die Eintracht-Vertreter sehr beeindruckt von den Gesprächen und der Arbeit der Diakonie zeigten. Axel Hellmann versprach, in ein paar Monaten noch einmal vorbeizukommen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die EU-Finanzierung des EHAP-Bausteins am Ende des Jahres auslaufen soll, was Stellenkürzungen zur Folge hätte, sieht er die Notwendigkeit einer längerfristigen Partnerschaft zu unserem Standort.

Andreas Schmidt
(Dipl.-Päd)
Diakonisches Werk Gießen
GWA Gießen-West – Bereichsleitung Gefährdetenhilfe und Qualifizierung

https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport/eintracht-legende-vorstandschef-besuch-giessener-wohnungslosen-13747938.html

https://m.bild.de/sport/fussball/fussball/hellmann-bein-bei-obdachlosen-eintracht-hilft-den-aermsten-der-armen-70392286,view=amp.bildMobile.html

https://www.youtube.com/watch?v=we0W0DXEGX8

 

 

04.05.2020

Kinder- und Jugendarbeit geht neue Wege

Kleingruppen arbeiten gemeinsam an den Hausaufgaben und werden dabei von den Mitarbeiter*innen im Jugendclub unterstützt, andere Schüler*innen erstellen ihre Projektarbeiten an den Computern. Im offenen Betrieb im Jugendtreff sind viele Kinder und Jugendliche, um gemeinsam zu chillen, Musik zu hören oder zu kochen. In der Mädchengruppe steht ein Beauty-Nachmittag auf dem Gruppenplan – sie tragen sich gegenseitig Gesichtsmasken auf und genießen Wellness-Massagen. Die Gruppe der Grundschulkinder bastelt Osterkörbchen. In der Werkstatt arbeiten mehrere Kinder an einem Insektenhotel. So gestaltet sich in der Regel der Alltag in einer Jugendeinrichtung. Kinder- und Jugendarbeit lebt von Beziehungen und Begegnungen untereinander und gemeinsam mit Betreuerinnen und Betreuern – so auch in den Jugendeinrichtungen des Diakonischen Werks – Jugendtreff Holzpalast, Jugendhaus Wieseck, Jugendtreff Spenerweg, Schüler- und Jugendclub der Gemeinwesenarbeit Gießen-West und Jugendtreff Lollar. Das normale Angebot sieht hier Lernförderung und Beratung, vor allem aber auch gemeinsame Freizeitgestaltung in festen Gruppen oder in Form von offener Arbeit vor. Für viele der Kinder und Jugendlichen, die diese Angebote nutzen, ist die schulische Unterstützung, die Begleitung im Alltag, die verlässliche Ansprechbarkeit der Mitarbeiter und die gemeinsame Zeit mit Gleichaltrigen ein wichtiger Ankerpunkt.

Als Mitte März die Entscheidung gefällt wurde, dass die Einrichtungen ab sofort keine Zielgruppenarbeit mehr machen dürfen, führte dies zu großer Besorgnis bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wie kommen die Kids in der aktuellen Situation zurecht? Bewältigen Sie die Anforderungen der Schule, die ihnen per Mail oder ausgedruckt zugeschickt wurden? Gelingt es ihnen, Struktur in ihren Alltag zu bekommen?

Jetzt galt es, schnell Ideen zu entwickeln, wie der Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufrechterhalten werden kann. Dabei zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen äußerst kreativ. Die ersten Schritte waren schnell gemacht: Eine Mitarbeiterin telefonierte wöchentlich mit den Jugendlichen – „Man merkt deutlich, dass sie sich freuen, wenn man anruft“, stellte sie fest. Die jüngeren Kinder konnten sich ihre Osterkörbchen persönlich abholen. Eine andere Mitarbeiterin schrieb Postkarten an die Mädchen ihrer Mädchengruppe. Beratungsgespräche wurden per Telefon oder unkonventionell am Fenster durchgeführt.

Als deutlich wurde, dass man auch nach den Osterferien eine längere Zeit überbrücken musste, wurden auch die Angebote ausgeweitet. Eine besondere Rolle spielen digitale Aktivitäten. Es wurden „Virtuelle Jugendtreffs“ eingerichtet, über die altersspezifisch zu gemeinsamen Online-Spielen eingeladen wird, Videokonferenzen und virtuelle Spaziergänge durchgeführt und neue Angebote geplant werden. Über einen Podcast senden die Mitarbeiter*innen Grüße, Tipps und Anregungen an die Kinder und Jugendlichen. Auch nicht-digitalen Kommunikationswege werden genutzt, um die Kids zu erreichen: Über den Postweg wurden Fragebögen verschickt, die diese mithilfe eines frankierten Rückumschlags zurücksenden können. Hier haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, Unterstützungswünsche zu äußern. Außerdem erhalten sie die Aufgabe, sich selbst in Zeiten von Corona zu malen – die eingegangenen Bilder werden zu einer Collage verarbeitet.

Neben diesen Angeboten erarbeiten alle Einrichtungen Konzepte, wie eine schulische Unterstützung aussehen kann, die spätestens mit dem Schulstart der ersten Schülerinnen und Schüler erforderlich sein wird. Auch hier wird der digitale Weg ein wichtiges Medium sein. Außerdem soll eine Begleitung in Form von Einzelkontakten erfolgen.  Im Schülerclub der Gemeinwesenarbeit startet die schulische Förderung mit zwölf Kindern in Einzelkontakten bereits am 4. Mai.

Für all die bestehenden und künftigen Angebote ist die Arbeit, die im Vorfeld von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet wird, von hoher Bedeutung. Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen, Elterninformationsschreiben, Einholen von Einverständniserklärungen, Erstellen von Hygienepläne, Absprachen mit Schulen und Austausch im Team sind unerlässlich, um die Angebote in sicherem Rahmen durchführen zu können.

Doch die Kolleginnen und Kollegen sind überzeugt, dass diese Arbeit sich lohnt – die Rückmeldung durch die Kinder und Jugendlichen zeigt, dass die „neuen Wege“ in dieser besonderen Zeit genau richtig sind.

30.04.2020

„Dieses Corona-Virus nervt uns alle. Dich bestimmt auch…“

…so schreiben Erzieherinnen der Kita Leimenkauter Weg in einem Brief an die Kinder. Verbunden mit diesem handgeschriebenen Brief, der persönlich bei jedem Kind abgegeben wurde, ist ein Auftrag an die Kinder: Sie sollen Regenbogen basteln oder malen, die anschließend an den großen Fenstern der Kindertagesstätte aufgehängt werden.

Als Mitte März die Entscheidung gefallen war, dass die Kindertagesstätte für mehrere Wochen schließt, löste dies zwiespältige Gefühle bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Auf der einen Seite konnte diese Zeit gut genutzt werden, um die Kita zu renovieren und zu dekorieren, die verschiedenen Spielsachen zu sortieren und zu desinfizieren und wichtige konzeptionelle Arbeiten zu erledigen. Auf der anderen Seite dominierte die Frage: Wie geht es den Kindern? Und wie kann es gelingen, auch in dieser Zeit Kontakt zu Kindern und Eltern zu halten. So wurden von der ersten Woche an kreative Ideen entwickelt, um die Familien zu erreichen.

In der ersten Woche wurden Spiele und Bücher, die aus Spenden stammten oder aus dem Kita-Bestand aussortiert wurden, den Familien zum Abholen zur Verfügung gestellt. Sie konnten nach einer telefonischen Information am „Geschenketisch“ vor dem Wilhelm-Liebknecht-Haus abgeholt werden. Vor Ostern wurden die traditionellen Osterkörbchen an die Kinder verteilt. Seit den Ferien erhalten die Kinder wöchentlich Post von den Erzieherinnen, die kleine Aufträge beinhalten. Außer dem Regenbogen, den sie gestalten durften, können die Kinder weiße Kieselsteine bemalen, die schließlich im Kita-Garten zu einer langen Schlange zusammengesetzt werden. In anderen Briefen werden Anregungen zur Gestaltung des Alltags gegeben – in Form von Backrezepten, Ausmalbildern oder Spielanleitungen. Bei der Übergabe dieser Briefe wird – unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen – darauf geachtet, möglichst alle Familien persönlich zu erreichen, so dass der Kontakt zwischen der Kita und den Kindern durchgehend gewährleistet ist. Wenn die Kita wieder geöffnet wird, erwartet die Kinder ein frisch renovierter, bunter Kindergarten, an dessen Gestaltung sie – beispielsweise mit Regenbögen oder einer Kieselstein-Schlange – selbst mitgewirkt haben. Ein guter Grund für Kinder und Erzieherinnen, sich auf diesen Tag zu freuen!

 

 

 

 

 

 

14.03.2020

Frühjahrsputz in der Weststadt

 

Am 14. März fand der erste Frühjahrsputz in der Gießener Weststadt statt. Fast sechzig Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils hatten sich einzeln oder in Gruppen zu dieser Müllsammelaktion angemeldet, darunter waren auch viele Kinder. Mit Feuereifer machten sie sich ans Werk, um den Stadtteil von Müll und Unrat zu befreien. Christoph Balasch und Annke Rinn vom Quartiersmanagement der Nördlichen Weststadt hatten hierfür das Gebiet in Kleinquartiere unterteilt und den Gruppen jeweils ihren Bezirk zugeordnet. Ausgestattet mit Schubkarren, Eimern, Müllsäcken, Müllzangen und Handschuhen machten sich die Sammlerinnen und Sammler auf den Weg. Das Ergebnis war ein eindrucksvoller Müllberg, der auf dem Gelände der Jugendwerkstatt auf den Abtransport durch das Stadtreinigungs- und Fuhramt wartete. In der Kantine der Jugendwerkstatt fand auch das gemeinsame Abschlussessen mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. Mithilfe von Lebensmitteln von der Gießener Tafel hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendwerkstatt zwei leckere Suppen zubereitet, die nach getaner Arbeit hervorragend schmeckten.

Neben dem Stadtreinigungs- und Fuhramt, der Gießener Tafel und der Jugendwerkstatt hatten weitere Kooperationspartner diese Aktion unterstützt. Dazu gehörten die Wohnungsbaugesellschaften Wohnbau Gießen GmbH  und WEVATO GmbH, IJB Gießen und der Edeka-Markt in der Weststadt.

Die Idee zu dieser Aktion war in einer Bewohnerarbeitsgruppe im Stadtteil entstanden. In dieser Arbeitsgruppe wird die Müllproblematik auch unter anderen Gesichtspunkten bearbeitet, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

Die Mitglieder der AG und Organisatoren des ersten Frühjahrsputzes sind mit dem Ergebnis der Sammelaktion und der Resonanz aus der Bevölkerung hochzufrieden – man kann davon ausgehen, dass dies nicht der letzte Frühjahrsputz in der Nördlichen Weststadt gewesen ist.

 

27.11.2019

 

Weihnachtsmarkt für “Brücke”

Am Samstag, 30. November, gibt es im Wilhelm-Liebknecht-Haus (Leimenkauter Weg 16)

von 14 bis 18 Uhr einen

Weihnachtsmarkt.

Neben Kaffee und Kuchen werden handgefertigte Sachen zum Kauf angeboten und es gibt einen Basteltisch für Kinder mit kleiner Überraschung.

Der Verkaufserlös geht komplett an die “Obdachloseneinrichtung “Die Brücke” des Diakonischen Werkes Gießen.

 

14.09.2019

Projekttag „Wanderaktion mit Kletterkindern“ an dem Dünsberg in Biebertal

Am Samstag, den 14.09.2019 fand am Dünsberg ein Wanderprojekt mit ehemaligen Kletterkindern, welche die Grundschulen Alten-Buseck, Lollar und Steinbach besuchen, statt. Dieser Tag wurde von den Sozialarbeitern der jeweiligen Schulen durchgeführt.

Zwischen 10:30 und 16:00 Uhr haben die 8 Kinder gemeinsam mit den Sozialarbeitern den Dünsberg bestiegen und dort oben einen schönen Tag auf dem Berg verbracht. Ziel war es, die beim Klettern geknüpften Kontakte unter den Kindern aufleben zu lassen und eine schöne Zeit mit viel Spaß und Spiel zu verbringen. Zudem war es wichtig, diesen Tag mit den Kindern in der Natur zu erleben, da die Begegnung und Bewegung in der Natur ein wichtiger Faktor für die kindliche Entwicklung ist. Zum einen setzt die Natur der Kreativität keine Grenzen, zum anderen mussten manche Kinder den inneren Schweinhund beim gemeinsamen Hochwandern überkämpfen. Neben dem Freispiel auf dem Dünsberg wurden zwei angeleitete Spiele gespielt, in denen die Kommunikation und das Gemeinschaftserleben gestärkt wurde. In der restlichen Zeit konnten die Kinder sich austoben. Neben dem Spielen war der Aufstieg auf den Turm, der sich auf dem Dünsberg befindet, ein kleines Highlight. Von dort aus hatten die Kinder die Möglichkeit den Ausblick über die ganze Landschaft zu genießen.

Der Tag war für alle Beteiligten ein schöner Tag und würde gerne noch einmal wiederholt werden. Es wird geplant, solche Wandertage mehrmals im Jahr anzubieten – vielleicht auch auf andere Berge. 

 

 

 

11.07.2019

Spielmobil in Wieseck

Das Spielmobil der Evangelischen Michaelsgemeinde und des Jugendhauses des Diakonischen Werks macht in den Ferien wieder Station in Wieseck:

 

 

Am 24., 25., 26. Juli steht es am Spielplatz Greizer Straße,

am 1., 2., 3. August am Spielplatz Am Kaiserberg

und am 7., 9. und 10. August an der Weißen Schule im Lichtenauer Weg,

und zwar jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Es richtet sich an Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren.

Dabei handelt es sich um einen Hänger voller Spielgeräte, Werkmaterialien, Pavillons und Sitzgarnituren.

Das Team besteht aus Mitarbeitern des Jugendhauses, Gemeindepädagogin und ehrenamtliche Mitarbeitern der Michaelsgemeinde, die mitspielen und Aktionen anleiten.

 

Spielmobil in Wieseck

 

 

 

07.05.2019

Projekttag „Toleranz“ an der Goetheschule Großen Buseck

Am Dienstag, dem 7.5.19 fand an der Goetheschule Großen Buseck der Projekttag „Toleranz“ statt, welcher vom Team der Sozialarbeiter an Grundschulen, trägerübergreifend (Diakonie, Caritas, AWO und IB) geplant und durchgeführt wurde.

Zwischen 8:00 und 13:10 Uhr haben die 44 Kinder der beiden 4. Klassen der Goetheschule in vier klassenübergreifenden Gruppen vier verschiedene Workshops zum Thema Toleranz durchlaufen: Handicap, Kunst, Kooperation und Sprache. In jedem der Workshops wurde aus einem anderen Blickwinkel auf das Thema „Toleranz“ geschaut und das Thema greif- und erlebbar gemacht. Unter anderem haben die Kinder anhand einer Geschichte überlegt, wie es wäre, wenn alle gleich wären und danach in einem kreativen Teil ihre Unterschiedlichkeit ausgedrückt. Im Bereich „Handicap“ konnten die Kinder erleben, wie es ist, nichts zu sehen, oder z.B. auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. „Auf einander angewiesen zu sein“ war auch im Kooperations-Parcours das Thema, wo es um Kommunikation und auch Vertrauen ging. Der Workshop Sprache hat über den Einstieg mit unterschiedlichen Begrüßungen hingeleitet zu verschiedenen Kulturen und verschiedenen Sprachen und die Kinder haben erlebt, wie sich Geflüchtete fühlen könnten, wenn sie das erste Mal in einem fremden Land in der Schule sind, nichts verstehen, aber einen Arbeitsauftrag (in unserem Fall ein englisches Arbeitsblatt) erfüllen sollen.

Der Tag hat allen Beteiligten Spaß gemacht und wurde gelobt.
Wir hoffen, einen Baustein oder Anstoß gegeben zu haben, um die Kinder sensibler für Verschiedenartigkeit und den Umgang damit zu machen.

 

Das Ergebnis des Kunst-Workshops

29.05.2019

Pressemitteilung

Grünberg, Begegnungsstätte SOFA:

Dank an die Kuchenbäckerinnen des Strickcafés

Eine große Zahl von Frauen war vergangene Woche der Einladung von Beate Herdejost von der Diakonie gefolgt und traf sich zu einem Waffelbuffet in der Begegnungsstätte SOFA. Eine lange Tafel war festlich gedeckt und es duftete bereit beim Eintreten köstlich nach frisch gebackenen Waffeln und Kaffee.

Es ist bereits zu einem beliebten Ritual geworden, dass einmal im Jahr alle Frauen zu diesem „Dankeschön“ eingeladen sind, die im vergangenen Jahr Kuchen für die Strickcafénach-mittage gebacken haben. Diesmal blieben die Handarbeitssachen zuhause und man genoss gemeinsam bei netten Gesprächen das Zusammensein und die Waffeln mit heißen Kirschen und Eis. Auch die sechs ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Strickcafés waren an diesem Nachmittag einmal Gäste. Beate Herdejost sucht sich jeweils eine Ehrenamtliche aus einem anderen Bereich, die ihr bei der Bewirtung hilft. Es ist ihr wichtig den Unterstützern der SOFA-Arbeit immer mal wieder ihre Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken – und das kommt an.

Bereits seit Herbst 2011 gibt es in Grünberg das Strickcafé des Seniorenbüros. Traf man sich anfangs im Jugendcafé JUST und kurzzeitig auch in der Evangelischen Stadtmission, ist seit fast 3 ½ Jahren die Begegnungsstätte SOFA der Ort, an dem das Strickcafé stattfindet. Das Strickcafé kann sogar als Keimzelle der Sofa-Arbeit gelten. Von Gallusmarkt bis April kommen jeden Dienstag 30 bis 40 Frauen zum kreativen Austausch zusammen – und immer mit leckeren Kuchen, Kaffee und Tee.  Eine Spende dafür wird erbeten, sie fließt in die SOFA-Arbeit. Von Mai bis Mitte Oktober finden die Treffen vierzehntägig von 15 bis 17 Uhr statt. Viele Frauen gehören schon seit Jahren zu den Besucherinnen, immer wieder kommen auch neue Frauen jeden Alters dazu. Hier treffen sich Könnerinnen und Anfängerinnen und alle können voneinander lernen.

Das nächste Sommerstrickcafé findet am Dienstag, den 28. Mai statt. Neue Besucherinnen sind jederzeit herzlich willkommen und bringen falls vorhanden ihre Handarbeit mit. Wer einfach mal schnuppern möchte und nichts „Wolliges“ zuhause hat, darf sich auch gerne aus dem Garn-Fundus des SOFAs bedienen um etwas auszuprobieren.

Seniorenbüro Grünberg, Beratungsstelle der Diakonie, Bahnhofstr. 37, 35305 Grünberg
Tel.: 06401-22311414
seniorenbuero@diakonie-gruenberg.de, www.seniorenbüro-gruenberg.de

10.05.2019

Theaterpädagogische Kursfahrt in den Osterferien

„Zuerst fühlt man sich immer komisch und denkt, dass man sich mit den anderen nicht versteht. Dann lernt man sich kennen und es ist voll cool… alle tanzen dann zusammen.“ Diese Worte sagte ein Schüler auf der Busfahrt nach Bad Soden Salmünster zu mir, der schon einmal mit auf Theaterfreizeit war…

Unter dem Titel Integration leben – Theaterpädagogische Kursfahrt fand vom 14.4 -17.4.2019 ein Kooperationsprojekt des Diakonischen Werkes Gießen zwischen Sozialarbeit an der Clemens Brentano Europaschule und der Jugendpflege/ Integrationsbeauftragte der Stadt Lollar statt.

Mit 9 Jungs und 11 Mädels im Alter von 12 bis 15 sind wir, D. Brachthäuser (Sozialarbeit an der CBES), M. Eichler (Jugendpfleger Lollar), A. Haas (UBUS CBES), J. Bockstaller (Anerkennungsjahr Sozialarbeit) und J. Jackel (Praktikantin) vier Tage in den Osterferien in ein Selbstversorgerhaus in Bad Soden Salmünster gefahren, um dort ein Theaterprojekt durchzuführen. Finanziert wurde das Projekt über Fördergelder des Bundesprojektes DABEI SEIN – Partnerschaft für Demokratie im Lumdatal.

Unser erklärtes Ziel bezüglich der Gruppe war es, mit einer alters-, geschlechter-, schulzweig  und kulturübergreifenden Mischung  von jungen Menschen loszufahren. Das ist absolut geglückt. In vielen Übungen, Spielen und Theaterstücken fanden Kommunikation und Kooperation in intensiver Form statt und Begegnungsräume öffneten sich. Wir lernten uns kennen und bearbeiteten in kurzen Theaterstücken verschiedenste Themen, die uns beschäftigen. Mit Rike Radloff stand uns für zwei Tage eine sehr erfahrene Theaterpädagogin zur Seite. Sie befähigte uns, unsere Ideen und Impulse auf witzige und wertvolle Art und Weise zu inszenieren. Gemeinsam etwas erleben, miteinander performen, Spaß haben, zusammen essen und lachen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig wertschätzen.

Mit diesen Worten lässt sich das gelungene Projekt wunderbar beschreiben.

Dennis Brachthäuser

23.04.2019

Laubacher Konfirmanden sammeln für die Diakonie

Eine gute und lange Tradition hat in der Kirchengemeinde Laubach die Durchführung einer Straßensammlung für die soziale Arbeit der Diakonie Gießen. Auch in diesem Jahr waren die Konfirmanden wieder fleißig im Einsatz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 531,06 Euro sind zusammengekommen.

Zur Vorbereitung hatte Pfarrer Stefan Ebelt die Bereichsleiterin der Grünberger Beratungsstelle der Diakonie Bettina Wege-Lemp eingeladen. Sie brachte „schwere Päckchen“ mit, die anschaulich deutlich machten, was Menschen mit sich tragen, wenn sie Beratung und Hilfe bei der Diakonie suchen. Die Jugendlichen erhielten auf spielerische Weise Einblick in die vielfältige Arbeit des Diakonischen Werkes, wo man sich nach dem Motto „Diakonie – stark für Andere“ für Menschen in schweren Lebenslagen einsetzt. Welche Schwierigkeiten es mit sich bringt, wenn Menschen überschuldet sind, Familien durch Alkoholkonsum Probleme haben, Frauen und Mädchen schwanger werden, was ein Leben mit wenig Geld bedeutet oder wie es ist, auf der Straße zu leben, wurde den Jugendlichen anschaulich vor Augen geführt. Auch wurde besprochen, wie sich die Konfirmanden bei der Sammlung verhalten sollten. Der Einsatz der jungen Leute hat sich gelohnt, wie das Sammlungsergebnis zeigt.  Bei der Spendenübergabe dankte Bettina Wege-Lemp der Kirchengemeinde für die Unterstützung, den Konfirmanden für das Engagement und allen freundlichen Spenderinnen und Spendern in Laubach für die konkrete Hilfe.

04.04.2019

„Ich will mit…“

… ist der erste Gedanke von Lowana, wenn ihre Tochter – eine stolze Erstklässlerin – wieder mal berichtet, welche tollen Aktionen im Schülerclub angeboten werden. Der Grund dafür: Lowana hat ihre eigene Zeit im Schüler- und Jugendclub der Gemeinwesenarbeit in bester Erinnerung. Sie schwärmt von den Möglichkeiten, die die damals neu bezogenen Räume im Wilhelm-Liebknecht-Haus boten, von der Tanzgruppe, die internationale Tänze eingeübt und zu verschiedenen Gelegenheiten aufgeführt hatte (den blauen Rock mit den goldenen Sternen, den sie damals trug, kann sie sich noch genau vorstellen), von Ausflügen zum Erdbeerfeld oder Freizeiten auf dem Wirberg. Bewusst hat sie ihre Tochter in der Halbtagsklasse der Grundschule angemeldet, damit auch sie all diese schönen Erlebnisse haben kann. Im Jahr 1989, als der Umzug ins Wilhelm-Liebknecht-Haus vollzogen wurde, war Lowana acht Jahre alt (?). Sie hatte also bereits zwei Jahre lang die Hausaufgabenhilfe und Gruppenangebote in den damaligen Räumen der Gemeinwesenarbeit im Läufertsröder Weg besucht, bevor sie mit den anderen Kindern, Erwachsenen und Mitarbeitern in das neue Gemeinschaftszentrum umzog.

Für Sissi, die damals die „Baubud“ (so war der Name des Jugendclubs) besuchte, war der Umzug mit eher traurigen Gefühlen verknüpft. Die Baubud war ihr zweites Zuhause. Gemeinsam mit den anderen hat sie die Räume gestaltet und in diesen Räumen tolle Zeiten verbracht. Das Schild „Jugendclub Gummiinsel“, das heute die Fassade des Wilhelm-Liebknecht-Hauses schmückt, war in dieser Zeit und unter ihrer Mitwirkung entstanden. Der Umzug in den Jugendclub im Wilhelm-Liebknecht-Haus bewertet sie deshalb anders: die Jugendlichen zogen aus „ihren“, selbstgestalteten Räumen in komplett neue, aber vollständig leere Räume, die von ihnen zunächst gestaltet werden konnten, aber auch mussten. Und diese Räume waren – im Gegensatz zur Baubud – kein geschützter Raum mehr. Die Jugendlichen mussten das Haus mit den anderen Gruppen teilen.

Auch für Christel, die damals die Frauengruppe besuchte, war der Start im neuen Gemeinschaftszentrum nicht einfach. Vorher hatten die Frauen den leerstehenden Rewe-Laden im Läufertsröder Weg besetzt. Hier fanden Gruppen und Feiern statt, hier wurden Weihnachtsbasare vorbereitet, gemeinsam gegessen, es war wie ein zweites Wohnzimmer. Im Gegensatz dazu wirkten die Räume im neuen Haus zunächst eher kahl und unpersönlich und es dauerte seine Zeit, bis die Frauen auch diese mit Leben füllten.

Sieben Frauen hatten sich im Wilhelm-Liebknecht-Haus getroffen, um zu reflektieren, wie sie die Zeit vor und nach dem Umzug ins neue Gemeinschaftszentrum erlebt hatten. Lowana und Susanne waren in der damaligen Hausaufgabenhilfe – dem Angebot für Grundschulkinder, das heute Schülerclub heißt. Sissi, Bianca und Tomika nutzten die Angebote des Jugendclubs. Christel und Resi besuchten die Frauengruppe, außerdem waren sie aktive Mitglieder im Fanfarencorps Gießen-West – und sind es noch heute. Allen gemeinsam ist, dass sie die Angebote der Gemeinwesenarbeit seit vielen Jahren kennen. Sie alle haben mehrere Bereiche durchlaufen – von der Spielstube (heute Kindertagesstätte) über die Hausaufgabenhilfe (heute Schülerclub) und den Jugendclub zu Angeboten der Erwachsenenarbeit.

Resi und Christel berichten von den vielfältigen Aktivitäten, die mit der Frauengruppe unternommen worden waren. Sie hatten Ausflüge und Freizeiten gemacht, mal mit, mal ohne Kinder. Besonders bemerkenswert waren die Aktionen im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte in Hessen, durch die sie mit anderen Frauengruppen zusammenkamen. Sie hatten wesentlichen Anteil an politischen Entscheidungen, vor allem im Zusammenhang mit der ersten Sanierung und dem Bau des Gemeinschaftszentrums. Auch nach dem Umzug ins Wilhelm-Liebknecht-Haus waren beide Frauen noch aktiv in der Gruppe, bis diese sich aus verschiedenen Gründen auflöste.

Sissi, Bianca und Tomika haben sowohl vor als auch nach dem Umzug die unterschiedlichsten Angebote des Jugendclubs genutzt. Zwar hat Tomika aufgrund ihres sportlichen Talents und den damit verbundenen Trainingszeiten das Gefühl, einiges verpasst zu haben, trotzdem erinnert sie sich sehr positiv an Kochgruppen oder die Band, die damals über das Rockmobil der LAG Soziale Brennpunkte angeboten wurde. Darüber hinaus haben Sissi und Bianca an verschiedenen Freizeiten teilgenommen – als jüngere Jugendliche im Rahmen der Freizeit des Landkreises Gießen in St. Peter-Ording an der Nordsee und später mit den älteren Jugendlichen im ehemaligen Jugoslawien oder in der Normandie. Seminare mit der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte kennen sie auch. Dadurch entstanden Kontakte zu Gruppen aus Wiesbaden und Marburg und es gab Projekte mit anderen Gießener Gruppen, zum Beispiel von der Margaretenhütte.

Für Lowana und Susanne ist die Zeit im Schülerclub mit vielen positiven Erinnerungen verbunden. Ihre „Gruppe“ hat sie von der ersten bis zur sechsten Klasse begleitet. Viele Erfahrungen wurden hier geteilt und Freundschaften sind entstanden. Es ist ja auch ein Zeichen, wenn die Tochter eines anderen (männlichen) Gruppenmitglieds auch „Lowana“ heißt – das scheint ein Zeichen für diese wichtige, prägende Zeit für alle gewesen zu sein.

Die Frage, warum die verschiedenen Gruppen den Umzug ins neue Gemeinschaftszentrum so unterschiedlich erlebt haben, klärte sich in diesem Gespräch. Die „Hausaufgabenhilfe“ erfuhr in jeder Hinsicht eine Weiterentwicklung: anstelle von drei kleinen Räumen mit vielen Dachschrägen, wenig Material, keiner Küche (man konnte im Bedarfsfall die Küche der Spielstube im Erdgeschoss des Rotklinkerhäuschen nutzen) fanden sie sich plötzlich wieder in hellen, großen, gut ausgestatteten Räumen – sie hatten sogar gemeinsam einen Ausflug zu einem Spielwarengeschäft unternommen, um sich Spielzeug auszusuchen – und hatten zudem die Möglichkeit, in den großen Bewegungsraum zu gehen. Im Gegensatz dazu mussten die Jugendlichen und die Erwachsenen ihre vertrauten Räume verlassen, in denen sie auch einen gewissen Schutzraum erlebten. Anstelle des „zweiten Wohnzimmers“ – wie es beide Altersgruppen empfanden – fanden sie sich in kahlen, für alle einsehbaren Räumen wieder und mussten erst lernen, diese zu besetzen.

Die Rahmenbedingungen haben sich verändert – noch zu Zeiten des Umzugs gab es weder Kindersitze noch Anschnallpflicht in den Dienstbussen, Rauchen war in allen Räumen erlaubt und Unverträglichkeiten der Kinder wurden nicht abgefragt. Dennoch sind auch heute noch die Angebote für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen – in einer neuen Form – attraktiv und wichtig. Wer weiß – möglicherweise resultiert aus dieser Erzählrunde die Gründung einer neuen Frauengruppe der Gemeinwesenarbeit, mit jungen Frauen, die alle Angebote seit der Spielstube durchlaufen haben…

 

P.S. Übrigens war auch die Bewertung des Rewe-Ladens durch die verschiedenen Altersgruppen sehr unterschiedlich. Während die Frauengruppen ihn als ihr Zuhause empfanden, hatten insbesondere die damaligen Grundschulkinder eher negative Assoziationen – sie erinnern sich nämlich an besondere Termine im Rewe-Laden, wie Impfungen und den Besuch des Nikolauses…

 

 

 

Unsere Arbeits- und Jahresberichte

 

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Der InfoBrief

Der InfoBrief des Diakonischen Werkes Gießen erscheint bis zu dreimal jährlich. Wir berichten darin über aktuelle Entwicklungen im DW und geben einen Einblick in unsere Beratungsarbeit.

Themen des aktuellen InfoBriefes

  • Jubiläumsfest der Gemeinwesenarbeit Gießen-West / Bewohnerfest
  • Jubiläumsfest der Gemienwesenarbeit Gießen-West / Fotoausstellung
  • Entstehung des Kochbuchs…