Aktuelles aus unserer Arbeit

23.04.2019

Laubacher Konfirmanden sammeln für die Diakonie

Eine gute und lange Tradition hat in der Kirchengemeinde Laubach die Durchführung einer Straßensammlung für die soziale Arbeit der Diakonie Gießen. Auch in diesem Jahr waren die Konfirmanden wieder fleißig im Einsatz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 531,06 Euro sind zusammengekommen.

Zur Vorbereitung hatte Pfarrer Stefan Ebelt die Bereichsleiterin der Grünberger Beratungsstelle der Diakonie Bettina Wege-Lemp eingeladen. Sie brachte „schwere Päckchen“ mit, die anschaulich deutlich machten, was Menschen mit sich tragen, wenn sie Beratung und Hilfe bei der Diakonie suchen. Die Jugendlichen erhielten auf spielerische Weise Einblick in die vielfältige Arbeit des Diakonischen Werkes, wo man sich nach dem Motto „Diakonie – stark für Andere“ für Menschen in schweren Lebenslagen einsetzt. Welche Schwierigkeiten es mit sich bringt, wenn Menschen überschuldet sind, Familien durch Alkoholkonsum Probleme haben, Frauen und Mädchen schwanger werden, was ein Leben mit wenig Geld bedeutet oder wie es ist, auf der Straße zu leben, wurde den Jugendlichen anschaulich vor Augen geführt. Auch wurde besprochen, wie sich die Konfirmanden bei der Sammlung verhalten sollten. Der Einsatz der jungen Leute hat sich gelohnt, wie das Sammlungsergebnis zeigt.  Bei der Spendenübergabe dankte Bettina Wege-Lemp der Kirchengemeinde für die Unterstützung, den Konfirmanden für das Engagement und allen freundlichen Spenderinnen und Spendern in Laubach für die konkrete Hilfe.

04.04.2019

„Ich will mit…“

… ist der erste Gedanke von Lowana, wenn ihre Tochter – eine stolze Erstklässlerin – wieder mal berichtet, welche tollen Aktionen im Schülerclub angeboten werden. Der Grund dafür: Lowana hat ihre eigene Zeit im Schüler- und Jugendclub der Gemeinwesenarbeit in bester Erinnerung. Sie schwärmt von den Möglichkeiten, die die damals neu bezogenen Räume im Wilhelm-Liebknecht-Haus boten, von der Tanzgruppe, die internationale Tänze eingeübt und zu verschiedenen Gelegenheiten aufgeführt hatte (den blauen Rock mit den goldenen Sternen, den sie damals trug, kann sie sich noch genau vorstellen), von Ausflügen zum Erdbeerfeld oder Freizeiten auf dem Wirberg. Bewusst hat sie ihre Tochter in der Halbtagsklasse der Grundschule angemeldet, damit auch sie all diese schönen Erlebnisse haben kann. Im Jahr 1989, als der Umzug ins Wilhelm-Liebknecht-Haus vollzogen wurde, war Lowana acht Jahre alt (?). Sie hatte also bereits zwei Jahre lang die Hausaufgabenhilfe und Gruppenangebote in den damaligen Räumen der Gemeinwesenarbeit im Läufertsröder Weg besucht, bevor sie mit den anderen Kindern, Erwachsenen und Mitarbeitern in das neue Gemeinschaftszentrum umzog.

Für Sissi, die damals die „Baubud“ (so war der Name des Jugendclubs) besuchte, war der Umzug mit eher traurigen Gefühlen verknüpft. Die Baubud war ihr zweites Zuhause. Gemeinsam mit den anderen hat sie die Räume gestaltet und in diesen Räumen tolle Zeiten verbracht. Das Schild „Jugendclub Gummiinsel“, das heute die Fassade des Wilhelm-Liebknecht-Hauses schmückt, war in dieser Zeit und unter ihrer Mitwirkung entstanden. Der Umzug in den Jugendclub im Wilhelm-Liebknecht-Haus bewertet sie deshalb anders: die Jugendlichen zogen aus „ihren“, selbstgestalteten Räumen in komplett neue, aber vollständig leere Räume, die von ihnen zunächst gestaltet werden konnten, aber auch mussten. Und diese Räume waren – im Gegensatz zur Baubud – kein geschützter Raum mehr. Die Jugendlichen mussten das Haus mit den anderen Gruppen teilen.

Auch für Christel, die damals die Frauengruppe besuchte, war der Start im neuen Gemeinschaftszentrum nicht einfach. Vorher hatten die Frauen den leerstehenden Rewe-Laden im Läufertsröder Weg besetzt. Hier fanden Gruppen und Feiern statt, hier wurden Weihnachtsbasare vorbereitet, gemeinsam gegessen, es war wie ein zweites Wohnzimmer. Im Gegensatz dazu wirkten die Räume im neuen Haus zunächst eher kahl und unpersönlich und es dauerte seine Zeit, bis die Frauen auch diese mit Leben füllten.

Sieben Frauen hatten sich im Wilhelm-Liebknecht-Haus getroffen, um zu reflektieren, wie sie die Zeit vor und nach dem Umzug ins neue Gemeinschaftszentrum erlebt hatten. Lowana und Susanne waren in der damaligen Hausaufgabenhilfe – dem Angebot für Grundschulkinder, das heute Schülerclub heißt. Sissi, Bianca und Tomika nutzten die Angebote des Jugendclubs. Christel und Resi besuchten die Frauengruppe, außerdem waren sie aktive Mitglieder im Fanfarencorps Gießen-West – und sind es noch heute. Allen gemeinsam ist, dass sie die Angebote der Gemeinwesenarbeit seit vielen Jahren kennen. Sie alle haben mehrere Bereiche durchlaufen – von der Spielstube (heute Kindertagesstätte) über die Hausaufgabenhilfe (heute Schülerclub) und den Jugendclub zu Angeboten der Erwachsenenarbeit.

Resi und Christel berichten von den vielfältigen Aktivitäten, die mit der Frauengruppe unternommen worden waren. Sie hatten Ausflüge und Freizeiten gemacht, mal mit, mal ohne Kinder. Besonders bemerkenswert waren die Aktionen im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte in Hessen, durch die sie mit anderen Frauengruppen zusammenkamen. Sie hatten wesentlichen Anteil an politischen Entscheidungen, vor allem im Zusammenhang mit der ersten Sanierung und dem Bau des Gemeinschaftszentrums. Auch nach dem Umzug ins Wilhelm-Liebknecht-Haus waren beide Frauen noch aktiv in der Gruppe, bis diese sich aus verschiedenen Gründen auflöste.

Sissi, Bianca und Tomika haben sowohl vor als auch nach dem Umzug die unterschiedlichsten Angebote des Jugendclubs genutzt. Zwar hat Tomika aufgrund ihres sportlichen Talents und den damit verbundenen Trainingszeiten das Gefühl, einiges verpasst zu haben, trotzdem erinnert sie sich sehr positiv an Kochgruppen oder die Band, die damals über das Rockmobil der LAG Soziale Brennpunkte angeboten wurde. Darüber hinaus haben Sissi und Bianca an verschiedenen Freizeiten teilgenommen – als jüngere Jugendliche im Rahmen der Freizeit des Landkreises Gießen in St. Peter-Ording an der Nordsee und später mit den älteren Jugendlichen im ehemaligen Jugoslawien oder in der Normandie. Seminare mit der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte kennen sie auch. Dadurch entstanden Kontakte zu Gruppen aus Wiesbaden und Marburg und es gab Projekte mit anderen Gießener Gruppen, zum Beispiel von der Margaretenhütte.

Für Lowana und Susanne ist die Zeit im Schülerclub mit vielen positiven Erinnerungen verbunden. Ihre „Gruppe“ hat sie von der ersten bis zur sechsten Klasse begleitet. Viele Erfahrungen wurden hier geteilt und Freundschaften sind entstanden. Es ist ja auch ein Zeichen, wenn die Tochter eines anderen (männlichen) Gruppenmitglieds auch „Lowana“ heißt – das scheint ein Zeichen für diese wichtige, prägende Zeit für alle gewesen zu sein.

Die Frage, warum die verschiedenen Gruppen den Umzug ins neue Gemeinschaftszentrum so unterschiedlich erlebt haben, klärte sich in diesem Gespräch. Die „Hausaufgabenhilfe“ erfuhr in jeder Hinsicht eine Weiterentwicklung: anstelle von drei kleinen Räumen mit vielen Dachschrägen, wenig Material, keiner Küche (man konnte im Bedarfsfall die Küche der Spielstube im Erdgeschoss des Rotklinkerhäuschen nutzen) fanden sie sich plötzlich wieder in hellen, großen, gut ausgestatteten Räumen – sie hatten sogar gemeinsam einen Ausflug zu einem Spielwarengeschäft unternommen, um sich Spielzeug auszusuchen – und hatten zudem die Möglichkeit, in den großen Bewegungsraum zu gehen. Im Gegensatz dazu mussten die Jugendlichen und die Erwachsenen ihre vertrauten Räume verlassen, in denen sie auch einen gewissen Schutzraum erlebten. Anstelle des „zweiten Wohnzimmers“ – wie es beide Altersgruppen empfanden – fanden sie sich in kahlen, für alle einsehbaren Räumen wieder und mussten erst lernen, diese zu besetzen.

Die Rahmenbedingungen haben sich verändert – noch zu Zeiten des Umzugs gab es weder Kindersitze noch Anschnallpflicht in den Dienstbussen, Rauchen war in allen Räumen erlaubt und Unverträglichkeiten der Kinder wurden nicht abgefragt. Dennoch sind auch heute noch die Angebote für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen – in einer neuen Form – attraktiv und wichtig. Wer weiß – möglicherweise resultiert aus dieser Erzählrunde die Gründung einer neuen Frauengruppe der Gemeinwesenarbeit, mit jungen Frauen, die alle Angebote seit der Spielstube durchlaufen haben…

 

P.S. Übrigens war auch die Bewertung des Rewe-Ladens durch die verschiedenen Altersgruppen sehr unterschiedlich. Während die Frauengruppen ihn als ihr Zuhause empfanden, hatten insbesondere die damaligen Grundschulkinder eher negative Assoziationen – sie erinnern sich nämlich an besondere Termine im Rewe-Laden, wie Impfungen und den Besuch des Nikolauses…

 

 

 

09.02.2019

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